USB und seine Kabel



In den letzten Jahren hat sich ein Bus-System (nicht nur) im PC-Bereich angefangen durchzusetzen, das lange Zeit von den Herstellern stiefmütterlich behandelt wurde: der USB (Universal Serial Bus - manchmal auch scherzhaft als Useless Serial Bus bezeichnet).
Mittlerweile ist diese Technik mit Hilfe der neueren Betriebssysteme auch schon relativ stabil, insbesondere was die "Hot Plugging"-fähig angeht (zumindest wenn Betriebssystem und Treiber richtig zusammenarbeiten ;-)
Immerhin bieten viele Hersteller schon relativ weit fortgeschrittene Technik an, vor allem "Eingabe-"Geräte (Tastaturen, Mäuse, Joysticks, Scanner, Modems).
Vor allem bei Tastatur und Maus muß auch noch das BIOS mitspielen, da beim Boot-Vorgang vom Betriebssystem incl. Treibern noch nichts zu sehen ist - denn wie sonst soll man die BIOS-Fehlermeldungen bestätigen ("Press F1 to continue") oder auf dem DOS-Prompt (ja es gibt auch noch Leute, die damit umgehen können ;-) bzw. im (DOS-)Norton Commander mit der Tastatur etwas eingeben oder mit der Maus rumklicken (Microsoft hat sich ja von DOS-Systemen verabschiedet und stellt nur noch "Klicki-Bunti-Betriebssysteme" her).
Dazu hat man sich auch etwas einfallen lassen: den "Keyboard and Mouse Legacy Support". Hierbei soll das System-Bios den Keyboard-Controller (Micro-Processor vom Typ 8042), die Tastatur und die Maus initialisieren und Daten in Empfang nehmen, auswerten und weiterleiten an die Motherboard-Elektronik.
Wenn man Glück hat funktioniert das sogar, ansonsten hilft meist ein BIOS-Update, denn mittlerweile beherrschen die Board-Hersteller diese Technik (die meisten zumindest ;-).
(Beispielsweise funktioniert dieser Legacy-Support sogar unter Windows NT 4, d.h. eine USB-Maus wird mit Hilfe des BIOS zu einer PS/2-Maus umgestrickt...)

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Anschluß auf dem Motherboard

Leider war vor allem in der ersten Zeit der Standard wohl doch noch nicht ganz so "standardisiert" wie man es gerne wollte.
Vor allem ältere Mother-Boards, die nur mit einem Pfostenstecker versehen sind, ohne das unentbehrliche Slotblech, sind mit Vorsicht zu genießen. Denn hier hat sich nicht immer der Hersteller an die Vorgaben gehalten.
Neben der neueren "verpolsicheren" Version gibt es noch die ältere Anschlußbelegung aus den Gründerzeiten, bei der es schon mal vorkommen kann, das ein Leiterzug (meist der dünnere 5Volt-Strang, der sich wenn man Glück hat auf der Boardoberseite befindet) "abraucht" oder aber eine Sicherung auf dem Board raucht ab (fest aufgelötete SMD-Flachsicherung).
Oder der Hersteller setzt seine eigenen (nicht standardisierten) Vorstellungen auf dem Board um.
Meist schaltet dabei das PC-Netzteil ab (durch einen Kurzschluß, da die USB-Device-Hersteller teilweise eine Schutzdiode vorgesehen haben) und der USB-Port funktioniert danach einfach nicht mehr (da die Stromversorgung fehlt), manchmal auch "verschönt" mit einem "Blue Screen".
Bei Adaptern aus dem Elektronik-Fachhandel hat man die Gefahr wohl erkannt, da die neueren Modelle nicht mehr einen 10poligen Pfostenstecker besitzen, sondern zwei getrennte 5polige. Wenn man Glück hat ist die Belegung des Gegenstücks auf dem Board im Handbuch oder auf dem Board selber beschrieben, ansonsten heißt es mal wieder das Multimeter hervorkramen und messen.
Zwei Methoden können angewandt werden, entweder man misst die Versorgungsspannung (am besten zwischen den jeweils äußeren Kontakten einer Reihe, oder man ermittelt den Masse-/Schirm-Anschluß (gegen Board-Masse messen).
Im ersten Fall im eingeschalteten Zustand, im zweiten Fall (möglichst) ausgeschaltet.
Auch wenn die USB-Buchsen bei ATX-Boards fest auf dem Board verlötet sind, ist hier Vorsicht angesagt, da einige Hersteller scheinbar die Spezifikationen nicht für ganz so ernst nehmen. Ich habe auch schon ein Board gesehen, bei dem die Anschlüsse falsch belegt waren. Hier hilft meist nur ein spitzer Lötkolben oder eine neuere Board-Revision. Wenn man Glück hat tauscht der Hersteller in solch einem Fall in Kulanz um.

USB-Buchsen mit Kabel zum MotherBoard
(Host / Root Hub)
USB-Buchsen mit Kabel zum Mother-Board (Host / Root Hub)
Anmerkung:
Ältere Anschlußtypen (nicht verpolsicher)
erkennt man meist dadurch, daß die Nummerierung
der Pins von der "Normalen" abweicht.
Die Nummerierung erfolgt dann
hintereinanderweg (in einer Reihe, statt im Zickzack)!
Vcc liegt dabei (meist) auf Pin 1.
Der linke Pfostenstecker im Bild ist dann also
umzudrehen (Vcc beide nebeneinander!), am besten also
zwei Pfostenstecker (je 5polig, female) benutzen.
 
neue
Version
 zu alte
Version
 
1, 10->1(Vcc)
3, 8->2(DATA-)
5, 6->3(DATA+)
7, 4->4(GND)
9, 2->5(Shield)

Leider hat sich Intel entschlossen die nicht verpolsichere Version für die Front Panel Spec. zu verwenden.
Mit weiteren akuten Fällen von Motherboard-Schrotting bei den Selberschraubern ist also zu rechnen...

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Beispiele von USB-Steckverbindern auf Motherboards

Da ich des Öfteren nach USB-Anschlüssen verschiedener Hersteller gefragt wurde, habe ich hier ein paar Beispiele zusammengetragen, die von Motherboardherstellern häufig verwendet werden.
Aber Vorsicht - teilweise wechselt ein Hersteller auch das Motherboard-Design, weshalb ein Blick in das Handbuch / Manual immer noch der sichere Weg ist (z.B. Tyan, Epox)!
Die Beispiele stammen teilweise von älteren Modellen, da neuere nur noch Pfostenleisten haben, wenn auch ein sogenanntes "Front-I/O-"Panel vorgesehen ist.

Die folgende Übersicht dient nur als Anhalt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit!
Die Anschlüsse wurden an Hand mehrerer Modelle ermittelt. Da mir natürlich nur eine begrenzte Anzahl an Boards zur Verfügung standen / stehen, kann ich nicht für eine absolute Richtigkeit garantieren...
Das Handbuch kann und soll damit nicht ersetzt werden.

Dies sei z.B. an Hand von einigen (ausgewählten !) EPoX-Motherboards gezeigt:
* 10polig, verpolsicher - M762A, EP-3VCA2+, EP-3VCM, EP-7KXA+ ...
* 16polig, Sonderform - EP-58VP3A, EP-3VCA, EP-6VB, EP-6VB2, EP-6VBE, EP-MVP3C, EP-MVP3C2, EP-MVP4M ...

Anmerkungen: Normalerweise sind Masse und Schirm miteinander verbunden.
In vielen Fällen auf dem Motherboard selber - beim Kabel sollte dies nach Möglichkeit auch so sein, da bei einigen Boards (z.B. ECS) der Schirm-Anschluss sonst auf dem Board die einzige Masse-Verbindung darstellt. Es ist dann deshalb evtl. notwendig (wenn keine Verbindung im Kabel besteht), das Schirm und Masse im Kabel getauscht werden muß.
Bei einigen Boards (z.B. TMC) muss dagegen evtl. zusätzlich eine Brücke für die 5V (USB-Power) zwischen den Steckern gelegt werden.
In einigen der Bilder wurde das originale "Don't Care" durch "N.C." ersetzt.
 

Motherboard-Beispiele (verpolsichere USB-Anschlüsse)
MSI (MicroStar)  GBT (GigaByte)  Acorp
USB-Anschluss auf MSI-Motherboards  USB-Anschluss auf GigaByte-Motherboards  USB-Anschluss auf Acorp-Motherboards
EPoX (viele neue Modelle)  Shuttle   
USB-Anschluss auf EPoX-Motherboards  USB-Anschluss auf Shuttle-Motherboards   

 
Motherboard-Beispiele (verpolgefährdete USB-Anschlüsse)
DCS (Diamond)  Iwill  AOpen
USB-Anschluss auf DCS-Motherboards  USB-Anschluss auf Iwill-Motherboards  USB-Anschluss auf AOpen-Motherboards
SOYO  Jetway  TMC
USB-Anschluss auf SOYO-Motherboards  USB-Anschluss auf Jetway-Motherboards  USB-Anschluss auf TMC-Motherboards
Asus  ECS (Elitegroup)  TCC (Commate)
USB-Anschluss auf Asus-Motherboards  USB-Anschluss auf ECS-Motherboards  USB-Anschluss auf TCC-Motherboards
EPoX (einige wenige Modelle)      
USB-Anschluss auf EPoX-Motherboards      

 
Motherboard-Beispiele (Sonderbauformen)
EPoX (ältere Modelle)      
USB-Anschluss auf EPoX-Motherboards      
vielfach müssen die Stecker angepaßt werden - am einfachsten durch wechseln der Einzelkontakte, evtl. auch durch Kürzen von Steckern

ECS - ECS Elitegroup Computer Systems
TCC - Taiwan Commate Computer
MSI - Microstar International (nicht zu verwechseln mit der Marke Microstar von Medion!)
TMC - Taiwan MyComp
DCS - Diamond Computer Systems
GBT - Gigabyte Trading

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USB-Steckverbinder auf neueren Motherboards

Viele moderne Boards (nicht nur solche für intel Prozessoren) haben mittlerweile - nachdem die USB-Anschlüsse direkt auf dem Board plaziert wurden - wieder einen (oder auch mehrere) Steckverbinder auf dem Board.
In den meisten Fällen ist er zu intels "Front Panel I/O Connectivity Design Guide" (v1.2) kompatibel.
Damit können dann ein oder zwei USB-Ports an die Vorderseite des Rechner-Gehäuses gebracht werden.
Eine Standardisierung ist an sich immer gut, nur ist die Lösung von intel nicht verpolsicher.
Zumindest wurden die unteren beiden Pins (Dual Port) als "key" definiert (d.h. nicht vorhanden), was aber nur bedingt einen Schutz vor Zerstörung bietet.

Dual Port Single Port
FPIO Dual Port  FPIO Single Port
Steckverbinder:
Board = Wieson Electronic 2100C888-045 (Farbe blau)
Kabel = Berg 65043-032
 Steckverbinder:
Board = Foxconn HF11050-UD5 (Farbe blau)
Kabel = Foxconn A2541H02

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Ein paar Informationen aus der USB-Spezifikation

Der USB hat eine Baumstruktur, ausgehend vom Host über Hubs bis zu den USB Devices. Insgesamt werden bis zu 127 physikalische Geräte ("daisy chained") unterstützt, wobei die Geräte in unterschiedliche Stufen der erforderlichen Performance unterteilt werden:

Low Speed und Medium Speed (USB-1) werden in der USB-2-Spezifikation auch als "Basic Speed" zusammengefasst behandelt.

Es werden zwei verschiedene USB-Kabel-Typen eingesetzt:

Anmerkung: Diese Kabellängen beziehen sich auf eine Verzögerung des Signals auf dem Kabel von max. 30ns, insgesamt (Hub+Kabel-Verzögerung) max. 70ns.
(bps - Bits per second, Bps - Bytes per second)

Im Normalfall sind USB-Kabel für Full-Speed (abgeschirmtes USB 1.x-Kabel) auch für High-Speed (USB 2.x) geeignet, da sie noch genügend Reserven haben (d.h. es wird normalerweise der gleiche Kabeltyp verwendet).
Reine Low-Speed-Kabel sind so gut wie nicht mehr im Handel erhältlich.
Jedoch werden sie noch von einigen Billig-Anbietern angeboten - von diesen Kabeln kann man nur abraten.
Vielfach bekommt man zu einigen Geräten auch billige Kabel mitgeliefert, die wenig taugen.
So sind dort vielfach die Stromversorgungsadern zu dünn ausgelegt und das Gerät funktioniert nicht korrekt (z.B. häufig bei buspowered Festplatten zu beobachten).

Die einzelnen Adern sind wie folgt farblich gekennzeichnet:

"Full Speed" USB-Kabel, verdrillt und abgeschirmt
"Full Speed" USB-Kabel, verdrillt und abgeschirmt
Rot (rt)= Vcc (+5V) Grün (gn)= + DATA
Schwarz (sw)= GND (Masse) Weiß (ws)= - DATA

Die Maximallänge verkürzt sich je nach eingesetztem Kabelquerschnitt zwischen zwei Hubs oder Hub und Device
(Spannungsabfall bis zu einem ungespeisten Hub ("self powerded" 350mV incl. aller Spannungsabfälle bei Imax=500mA):

AWGmm2max. Länge in m
200,565,00
220,343,33
240,222,08
260,141,31
280,090,81
(Das Datenpaar ist vom Typ AWG 28.)

Ein "Root Hub" (Host) liefert entsprechend der Spezifikation bei 5V Versorgungsspannung (Vcc) einen max. Strom von 500mA (entsprechend 2,5W).
Es werden folgende Klassen von Geräten unterschieden
(Kurzübersicht! Ein "Unit Load" entspricht 100mA. Upstream = Richtung Host, Downstream = Richtung Device):

Der Host oder ein Powered Hub müssen zwischen 4,75V und 5,25V liefen. Am Ausgang eines Bus-powered Hub müssen noch mindestens 4,40V anliegen.

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Standard-USB-Stecker und -Buchsen

Bei den Steckern und Buchsen wird wie folgt unterschieden:

Am Root Hub ist deshalb immer eine Buchse vom Typ A angebracht.
(Manche Hersteller nehmen es auch mit dieser Spezifikation nicht so genau und bauen im "Upstream-"Anschluß ihrer Geräte eine Buchse vom Typ A statt der geforderten vom Typ B ein.)

Stecker, Typ A
(USB-Plug, series A)
 Buchse, Typ A
(USB-Receptacle, series A)
USB-Plug, series A USB-Receptacle, series A
Stecker, Typ B
(USB-Plug, series B)
 Buchse, Typ B
(USB-Receptacle, series B)
USB-Plug, series B USB-Receptacle, series B
1 - Vcc / 2 - D- / 3 - D+ / 4 - GND

Die beiden äußeren Kontakte der Stecker (1 und 4 - Stromversorgungsanschlüsse) sind etwas länger als die Daten-Kontakte nach vorn hin ausgeführt, um zu erreichen, das die Stromversorgung (Masseanschluß vor allem) vor den Datenkontakten verbunden wird (in der Fachsprache als vorauseilende Kontakte bezeichnet). So richtig "male" oder "female" gibt es bei den Steckern und Buchsen nicht, aber vom Aussehen her könnte man die Stecker als "female" und die Buchsen als "male" ansehen (denke ich, oder?).
VORSICHT! Beim Einstecken nie mit Gewalt arbeiten, da sonst der Kontaktkörper der Buchse abbrechen kann! Fällt der abgebrochene Teil aus der Buchse kann beim nächsten Einstecken ein Kurzschluß entstehen (und unter Umständen das Motherboard zerstören).

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Mini-USB-Stecker und -Buchsen

Da viele neue mobile Geräte (Digi-Kamera, Micro-Hub, Card-Reader, MP3-Player, Handheld / PDA etc.) neuerdings auch einen USB-Anschluß besitzen - die Standard-USB-Stecker / -Buchsen aber sehr groß sind - wurde in die USB 2-Spezifikation (eigentlich in der Engineering Change Notice - ECN #1) ein kleinerer Stecker (und Buchse) - Mini-B genannt - aufgenommen.
Damit sollten die herstellerspezifischen (nichtgenormten) Stecker normalerweise kaum noch vorkommen...
Zusätzlich werden in dem USB-OTG-Zusatz (ein eigenständiger Zusatz zur USB-Spec. 2.0 für mobile Geräte - On-The-Go Supplement) weiterhin noch Mini-A-Stecker / -Buchse, sowie eine kombinierte Mini-AB-Buchse (kein Stecker!) spezifiziert.

Dabei unterscheiden sich A und B im Gegensatz zu den Standard-USB-Typen nur sehr wenig in der Form!
Zwar ist im OTG-Supplement die Farbe für das Innenteil (Kontaktträger) festgelegt,
* Mini-A (Stecker und Buchse) = weiß,
* Mini-B (Stecker und Buchse) = schwarz,
* Mini-AB (Buchse) = grau,
aber nicht immer halten sich die Hersteller auch dran!

In eine Mini-AB-Buchse paßt auf Grund der Ausformung sowohl ein Mini-A- als auch Mini-B-Stecker.
Es paßt aber kein Mini-A-Stecker in eine Mini-B-Buchse bzw. kein Mini-B-Stecker in eine Mini-A-Buchse (ohne Gewalt natürlich)!

Stecker, Typ Mini-A
(USB-Plug, series Mini-A)
 Buchse, Typ Mini-A
(USB-Receptacle, series Mini-A)
USB-Plug, series Mini-AUSB-Receptacle, series Mini-A
Stecker, Typ Mini-B
(USB-Plug, series Mini-B)
 Buchse, Typ Mini-B
(USB-Receptacle, series Mini-B)
USB-Plug, series Mini-BUSB-Receptacle, series Mini-B
Belegung der
Mini-USB-Stecker:
 
PinTyp ATyp B
1
Vcc
2
D-
3
D+
4
GND
n.c.
5
GND
 Buchse, Typ Mini-AB
(USB-Receptacle, series Mini-AB)
USB-Receptacle, series Mini-AB

Wie bei den "großen" Steckern sind auch bei dem kleinen Typ die äußeren Kontakte (1 und 5) etwas länger und werden beim Einstecken in die Buchse zuerst kontaktiert.

Da die Stecker von außen nur beim genauen Hinsehen zu unterscheiden sind, wurden auch noch unterschiedliche Stecker-Formen spezifiziert.
Mini-A-Stecker / -Buchsen haben ein ovales Gehäuse (zusätzlich mit einem "A" gekennzeichnet), Mini-B-Stecker / -Buchsen ein rechteckiges (zusätzlich mit einem "B" gekennzeichnet).

Folgende Kabel sind in der USB2-Spec. definiert:
* Standard-A-Stecker nach Standard-B-Stecker
* Standard-A-Stecker nach Mini-B-Stecker
* Kabel mit Standard-A-Stecker (fest am Gerät angeschlossen)

Folgende Kabel sind zusätzlich (im OTG-Supplement) definiert (und zugelassen):
* Mini-A-Stecker nach Mini-B-Stecker
* Mini-A-Stecker nach Standard-B-Stecker
* Kabel mit Mini-A-Stecker (fest am Gerät angeschlossen

Nur folgende Adapter sind laut der OTG-Spec. zugelassen:
* Standard-A-Buchse auf Mini-A-Stecker und
* Mini-A-Buchse auf Standard-A-Buchse.

Damit ein Gerät mit einer Mini-AB-Buchse erkennen kann ob ein A- oder B-Stecker eingesteckt wurde (notwendig zur Host-/Peripherie-Erkennung), ist für den ID-Pin (Pin 4) folgendes festgelegt:
* Typ A - Widerstand nach Masse zwischen 0 und 10 Ohm
* Typ B - nicht angeschlossen oder Widerstand nach Masse größer 100 kOhm.

Anmerkung zu USB-OTG: USB-OTG-Geräte können theoretisch untereinander direkt, d.h. ohne den Umweg über den PC, miteienander kommunizieren. So soll also eine Digital-Kamera ihre Bilder direkt an den Drucker zum Ausdrucken senden können.
Was sich theoretisch gut anhört funktioniert (z.Zt.) leider noch nicht immer richtig. Größte Chancen hat man da noch bei Geräten des gleichen Herstellers.

Der vielfach angebotene vierpolige Mini-B-Stecker entspricht dem großen USB-B-Stecker - nur eben mit kleineren Abmessungen.

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USB-Icons & -Logos

Die Spezifikationen gehen übrigens so weit, das sogar die Farbe der Steckerumhüllung (Gehäuse) vorgeschrieben ist: Frost-Grau.
Bei den Innenteilen der Stecker / Buchsen kann es Frost-Grau oder so ähnlich sein (na immerhin ;-).
Das USB-Logo dürfte ja den meisten schon bekannt sein.
Auch hierzu gibt es einige "Eckdaten" in den Dokumenten und Spezifikationen der USB.org:

allgemeines USB-Icon (nach USB Spec Rev. 2.0)
allg. USB-Icon

Für Geräte, die voll der USB2-Spezifikation entsprechen (auch neue USB1.1-Geräte zählen dazu), gibt es spezielle (Lizenz-)Icons, die auf der Verpackung und/oder auf dem Gerät angebracht werden.
Dabei wird zwischen "Basic Speed" und "High Speed" sowie zwischen "normalen" und "mobilen" Geräten unterschieden.
Um eines dieser Icons anbringen zu dürfen muss der Hersteller in ein "USB-IF TRADEMARK LICENSE AGREEMENT" (USB-IF = USB Implementers Forum) einwilligen, einen speziellen Geräte-Test durchführen und sich nach den Icon-Design-Vorschriften richten (welche aber häufig trotzdem nicht eingehalten werden...).

"Basic-Speed" USB-Icon Hi-Speed USB-Icon
Basic-Speed USB Hi-Speed USB
"Basic-Speed" USB-Icon "On-The-Go" Hi-Speed USB-Icon "On-The-Go"
Basic-Speed USB OTG Hi-Speed USB OTG

Anmerkung: Teilweise wird vom Hersteller dem "High Speed"-Icon
auch noch der Schriftzug "2.0" hinzugefügt, um es noch
eindeutiger als USB2-Gerät zu kennzeichnen.

Alle anderen USB-Icons / -Logos sind meist Eigenschöpfungen der Hersteller und zeugen meist von nichtzertifizierten Geräten.
Das soll aber nicht bedeuten, daß diese Geräte nicht ordnungsgemäß arbeiten.

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Geschwindigkeitserkennung von USB-Geräten

Abschließend noch etwas zur Erkennung der angeschlossenen Geräte.
Hier soll es aber nicht darum gehen, ob eine Maus, Tastatur oder ähnliches angeschlossen wurde, sondern darum wie ein Low Speed- von einem Full bzw. High Speed-Gerät (hardwaremäßig) unterschieden wird.

Full-Speed- / High-Speed-Geräte-Erkennung Low-Speed-Geräte-Erkennung
Full-Speed- / High-Speed-Geräte-Erkennung Low-Speed-Geräte-Erkennung

Während der Detections-Phase wird durch den High-Speed-fähigen (Geräte-)Transceiver über ein Low-Speed-Protokoll das High-Speed-Gerät dem (Root-)Hub mitgeteilt, was in den entsprechenden Registern eingetragen wird und vom Betriebssystem / Treibern abgefragt werden kann.


So, ich hoffe es hat irgend jemanden interessiert und war ausführlich genug.
(Ansonsten: "spec1.pdf" (USB 1.x) bzw. "USB Spec Rev.2.0.pdf" (USB 2.x), sowie die diversen "Errata" von USB.org runterladen und drin stöbern, natürlich im feinsten Neu-Deutsch ;-)

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Y-Kabel für externe USB-Mini-Festplatten

Ein' hab' ich noch, ein' hab' ich noch.
Auf Grund mehrerer Nachfragen hier noch die Verschaltung eines sogenannten "Y-Kabels".
Vorneweg gesagt: Diese Kabel gibt es laut USB-Spec. nicht und bei einigen älteren Controllern kann es evtl. zu Problemen kommen.

Ältere externe USB-Festplatten waren Standard 2,5" / 1,8" Notebook-Platten. Diese verlangten - wie "normale" Festplatten auch - zwei Betriebsspannungen (+12V und +5V) und waren noch sehr stromhungrig. Somit war normalerweise auch ein externes Netzteil notwendig.
Durch den technischen Fortschritt wurde zum Einen die +12V-Spannung nicht mehr benötigt und die Stromaufnahme sank ebenfalls.
Bei den meisten modernen Platten liegt die Stromaufnahme um 0,5A - bei vielen Lese-/Schreibzyklen in kurzer Zeit steigt der Strom darüber.
Ebenso liegt der Anlaufstrom meist deutlich über 0,5A - trotz intelligenter Anlaufsteuerung. Einige USB-Controller erkennen die Platten dann z.B. nicht korrekt oder während des Betriebs kann nicht mehr richtig auf das Laufwerk zugegriffen werden.
Deshalb wurden die USB-Y-Kabel "erfunden" (Die meisten modernen Controller vertragen die evtl. trotz Y-Kabel auftretende kurze Überlastspitze wegen einer meist vorhandenen elektronischen Überlastsicherung problemlos)
Ein weiterer Grund für Y-USB-Kabel: häufig werden die Platten an "Verlängerungskabeln" betrieben und durch den Innenwiderstand der Spannungsquelle und dem Kabelwiderstand (meist werden viel dünne, meist zu USB-Sticks mitgelieferte Kabel benutzt - die sind für Festplatten nicht geeignet!) kann nicht genug Strom zum Betrieb bereitgestellt werden (bedingt durch den Spannungsabfall, der die Betriebsspannung für die Platte teilweise sogar unter 4V sinken lässt!). Durch die Parallelschaltung zweier Spannungsquellen wird der Innenwiderstand quasi halbiert.
Dies betrifft insbesondere häfiger Notebook-USB-Ports, da diese mehr auf Stromsparen entwickelt wurden. Bei Desktop-PCs ist bei kurzen dicken Kabeln ein Betrieb auch ohne Y-Kabel möglich - wer jedoch sicher gehen will, der sollte trotzdem ein Y-USB-Kabel nutzen.

USB-Y-Kabel
USB-Y-Kabel

Der Nachteil dieser Y-Kabel ist leider, daß zwei USB-Ports benötigt werden (wobei nur einer wirklich Daten überträgt). Grund: Bedingt durch das Grundkonzept von USB dürfen keine Geräte parallel geschaltet werden (d.h. ein Port = 1 Gerät). Bei einer Parallelschaltung der Datenadern kann daher keine Datenverbindung zustande kommen!
BTW: Da durch die Parallelschaltung die Meß-Elektronik auf vielen Boards scheinbar durcheinander kommt, wird z.B. unter Windows (XP) meist keine Stromaufnahme der benutzten Ports angezeigt!
Wenn zusätzlich ein Netzteilanschluss an der Platte vorhanden ist sollte man das Netzteil soweit möglich auch nutzen - aus Gründen der Datensicherung.

Wie kann man nun die beiden Stecker unterscheiden:

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